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| Prolog: Ein Loblied auf die Druckkunst aus einer Kurzgeschichte der Astrologie, entnommen der Web-Page der medienwirksamen Dr. Elizabeth Teissier. |
L'invention de l'imprimerie par Gutenberg, en 1450, permit la diffusion des traités astrologiques, des almanachs et des éphémérides. Ces publications allégeaient considérablement les calculs fastidieux des astrologues. Elles permirent, de plus, de diffuser l'astrologie auprès d'un large public. |
Die ersten astronomischen Drucke mit beweglichen Lettern wurden
bereits im Umfeld von Gutenberg hergestellt.
Neben den zeit- (und kapital-)intensiven Bibeldrucken stellte er
zahlreiche kleine Büchlein und Einblattdrucke her (wie die lateinischen
Schulgrammatiken
des Aelius Donatus, Ablassbriefe, Kalender), die bereits als Handschriften
reißenden Absatz gefunden hatten (s., z.Bsp., einen Kalender auf das Jahr 1420) und hohe und sichere
Einnahmen versprachen. Er druckte verschiedene Kalender (Almanache), die neben
den beweglichen kirchlichen Feiertagen die Zeiten für Neu- und Vollmond
angaben (Diese Tradition lebt bis heute in den nautischen Almanachen oder den
Himmelsjahrbüchern fort. Ein alltägliches Beispiel sind
Abrisskalender, die Mond- und Sonnenauf- und Untergang, die
Tagesheiligen und kurze Mitteilungen enthalten).
Die allgemeine Verbreitung verdankten sie allerdings der Tatsache, dass man mit
Hilfe dieser Angaben den
astrologisch günstigen Zeitpunkt für kleinere
medizinische Eingriffe, etwa Aderlass, Abführen oder die Einnahme von
Medikamenten, bestimmte. Der in der Bibliothèque Nationale in Paris
befindliche Aderlasskalender für das Jahr 1457 (von Medizinhistorikern
auch als erstes gedrucktes
Medizinfachbuch bezeichnet) formuliert diesen Verwendungszweck gleich zu
Beginn: Côiûctioês [et] opposicoês solis et lune
ac inîucoês electîe nec nô dies pro medicîs
laxatiuis sumendis.... (Siehe
vollständigen Text mit teilweise
abweichender Lesart.) Als reine Verbrauchsgüter sind allerdings
nur wenige Fragmente dieser Kalender überliefert, so von der Flugschrift
Eyn mannung der christenheit widder die durcken (als
Türkenkalender bekannt) vom Dezember 1454 (ein Appell an die
Fürsten Europas zum Kreuzzug gegen die Türken, die 1453
Konstantinopel erobert hatten: den vebeln turken vund sin folck zuuertriben/
daß: sie ir keinen lebendig lassen blyben/ weder in turky grecie asye noch
eropa [eine kleine Anmerkung zur Rechtschreibreform, nicht
als aktuelle Handlungsaufforderung misszuverstehen!])
mit einem Kalendarium für 1455
(wobei die Neumonddaten das Kalendergedicht gliedern und darüberhinaus
einen Kaufanreiz liefern, da diese Zeitpunkte eine große Bedeutung
für
die damals weit verbreitete Astrologie hatten [für eine profunde
Beschreibung, siehe E. Simon "The Türkenkalender (1454): Attributed
to Gutenberg and the Strasbourg Lunation Tracts"), dem Aderlasskalender
für 1457 (s. oben) und einer "Tafel der Neu- und Vollmonde und der
Planetenörter auf das Jahr 1448" (als "Astronomischer
Kalender" bekannt) von 1457/8.
Gerade am letztgenannten Kalender zeigt sich die Problematik der Zuordnung der
ersten Drucke: Gutenberg hat keinen der ihm zugeschriebenen Drucke (auch nicht
die Bibel) signiert oder datiert.
[Die Analyse der Druckerschwärzen einer ganzen Reihe der frühen
Drucke mittels protonen-induzierter Röntgen-Emission an der University of
California in Davis ergab zumindest, dass bei allen frühen Mainzer Drucken
eine Druckerschwärze auf der Basis von Kupfer- und Bleiverbindungen
benutzt wurde, von dem Sibyllenbuch bis zur 36-zeiligen Bibel (s. TIME MAGAZIN, March 10, 1986, p. 75). Die
Drucke, die allgemein der Offizin Fust-Schöffer zugeschrieben werden,
scheinen ein etwas anderes Cu/Pb-Verhätnis aufzuweisen. Solche
naturwissenschaftlichen Analysen sind hilfreich, können allerdings nicht
die Frage nach den beteiligten Personen klären.]
Die Angabe 1457/8 aus dem Ausstellungskatalog steht im
Gegensatz zur astronomie-historischen Untersuchung von Ernst
Zinner "Entstehung und Ausbreitung der Copernicanischen Lehre", in
der dieser Kalender als 1448, also vor der Bibel, entstanden aufgeführt
wird. Dieser Kalender stützt sich für die Monddaten auf Beobachtungen
im Jahr 1448, die deshalb wesentlich präziser sind als in vergleichbaren
Werken, die berechnete Werte verwenden. Insbesondere weichen die Daten
erheblich von den von der Kirche autorisierten Zeiten ab, die sich auf den
damals schon sehr aus dem Tritt geratenen Julianischen Kalender stützten.
Darüberhinaus
enthielt der Kalender die Planetenstellungen alle 15 Tage. Zinner vergleicht ihn
mit einem zeitgleichen (handschriftlichen) Almanach der Universität
Leipzig, der diesselben Daten für jeden dritten Tag aufführt und
erwähnt, dass der 12 jährige Regiomontanus als er 1448 in Leipzig
sein Studium aufnahm, diese
Daten schon genauer für jeden Tag berechnet hatte.
Einen guten Eindruck dieser Einblattdrucke vermittelt der vom Mainzer
Universitätsdrucker Peter Friedberg gedruckte Almanach für
Mainz, 1492 (lateinisch). Er wurde von Magister Petrus
Hernßheymer, medicinarû licentiatus berechnet und enthält
Zeitangaben über Mondphasen und nach Monaten geordnete
Aderlass-Ratschläge. Die Angehörigen der 1477 gegründeten
Universität stellten den Druckern das notwendige astrologisch/medizinische
Wissen zur Verfügung. Wer die von Gutenberg gedruckten Kalender berechnete
ist dagegen nicht bekannt, obwohl einige Anzeichen (wie die teilweise
Verwendung des nieder-alemannischen Dialekts und regionale Besonderheiten bei
Tagesheiligen) auf Straßburg verweisen.
Quelle: Ausstellungskatalog "Gutenberg, aventur und kunst".
Hernsheimers Almanach ist auf Seite 229 abgebildet.
Als der 12 Jahre alte Johannes (Müller) Regiomontanus seine Studien in Leipzig begann, hatte er die Stellungen der Planeten schon für jeden Tag berechnet. Um 1470 erwarb er eine Druckerwerkstatt in Nürnberg um astronomische Fachbücher zu verlegen. Als erstes Werk erschien 1472 "Theoricæ Novæ Planetarum" seines Lehrers Georg von Peuerbach (siehe oberes Bild), das an den Universitäten die seit etwa 1200 verwandten Lehrbücher Tractatus de sphæra mundi des Johannes Sacrobosco (für Anfänger) und Theoricæ planetarum des Gerard von Cremona (für Fortgeschrittene) ablösten. 1474 gab er die "Ephemerides astronomicæ" heraus, die im Gegensatz zu Gutenbergs Kalendern die Planetenstellungen für jeden Tag der Jahre 1474 bis 1506 enthielten (Eine Ausgabe benutzte auch Christoph Kolumbus.). Kurz danach wurde er zum Bischof von Regensburg vorgeschlagen und nach Rom berufen, um an der Kalenderreform mitzuarbeiten (die allerdings dann erst etwa 100 Jahre später durchgeführt wurde). 1476 verstarb er in Rom, ohne sein umfangreiches Werk selbst publizieren zu können.
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Sein "Kalendarium" enthielt nicht nur
Vorhersagen von Eklipsen (Die, wie oft kolportiert, Kolumbus auf seiner 4.
Reise auf Jamaika zur Einschüchterung der Indianer einsetzte; tatsächlich
benutzte er die Gelegenheit, um durch genaue Beobachtung des
Zeitpunkts der
Mondfinsternis am 29. Februar 1504 und Vergleich mit dem von Regiomontanus
für Nürnberg berechnetem Zeitpunkt die geographische Länge
zu bestimmen, doch auch das konnte ihn nicht davon abbringen, sich in
Hinterindien zu befinden.), sondern in der lateinischen
Fassung die "korrekten" Ostertermine (siehe Kalenderreform oben).
Hinweis:
In der bis zum 3.10.2000 laufenden Sonderausstellung des Gutenbergmuseums zum 600. Geburtstag Gutenberg, aventur und kunst kann man die deutsche Ausgabe des Calendariums sehen, die 1478 ebenso wie die lateinischen und italienischen Ausgaben von 1476 in der Druckerei Erhard Ratdolts in Venedig nach Vorlage von Regiomantanus "Ephemerides astronomicæ" erstellt wurde.Daneben liegt das oben erwähnte Lehrbuch "Tractatus de Sphæra Mundi" des Johannes Sacro Bosco in einer Ausgabe von 1482 [ Link zu einer englischen Übersetzung von Lynn Thorndike von 1949.]. Es ist zusammengebunden mit der Kosmographie des römischen Geographen Pomponius Mela, aufgeschlagen ist eine Erdkarte aus dem letzteren Druck.
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In der gleichen Vitrine liegt ein weiteres Werk aus Ratdolts Werkstatt aus dem
Jahre 1484, und zwar (wohl der erste) Druck der lateinischen Übersetzung
des (Spät-)werkes von Claudius Ptolemæus Apotelesmatika
(besser bekannt als
Tetrabiblos): "Opus Quadripartitum, seu de
apotelesmatibus et judiciis astrorum, libri IV". Basierend auf
babylonischen (Ähnlich der Tontafelsammlung Enuma Anu Enlil
aus der Bibliothek
Assurbanipals (669 - 627 v. Chr.) in Niniveh, einer Zusammenfassung von
astronomischen Beobachtungen und gleichzeitig aufgetretenen irdischen
Ereignissen, s. links) und ägyptischen Quellen legte Ptolemæus
(leider) mit
diesem Werk den Grundstein für die Astrologie bis auf unsere Zeit. (Anmerkung: Die erwähnten Keilschrifttexte sind (richtig angewandt) eine unschätzbare Quelle für die Astronomie und die Datierung der assyrisch/babylonischen Reiche [siehe z.Bsp. Eclipse Prediction in Mesopotamia, J.M. Steele in Arch. Hist. Exact. Sci. 54 (2000) 421]. Und bei genauem Hinsehen haben sie obendrein wenig mit der heutigen Astrologie gemein, auch wenn manche Astrologen sie unablässig zitieren [Doch oft ohne jeden Verstand. Diese 7000 Omen-Tafeln sind nicht nach einem legendären Priester benannt, wie man manchmal liest, sondern nach den Anfangsworten: Als Anu, Enlil und Ea, die großen Götter, nach ihrem Ratschluß die Orakel des Himmels und der Erde niedergelegt hatten.], um den Eindruck zu erwecken, ihre "Wissenschaft" habe uralte Wurzeln.) Praktischerweise ist diesem Buch beigebunden die erste gedruckte Version der Alfonsinischen Tafeln, mit denen man von 1252 bis ins 16. Jahrhundert Eklipsen und Planetenpositionen (z.Bsp. für Horoskope) berechnete. Diesen Band hat die Mainzer Stadtbibliothek vom ehemaligen Jesuiten-Kolleg übernommen, man wird ihn also auch nach der Ausstellung noch einsehen können. |
Im weiteren eine kleine Auswahl astronomischer Werke bedeutender Astronomen (ausgewählt nach dem Kriterium der elektronischen Verfügbarkeit von Bildern) bis hin zur Begründung der Himmelsmechanik durch Isaac Newton, die in eine neue Epoche überleitete:
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| Während die mathematischen Methoden und die Kosmologie
des Almagest heute nur noch Historiker interessieren, ist die
Sterntabelle
(hier das Sternbild Orion) immer noch eine unersetzliche Quelle, z.Bsp.
für die Bestimmung von Eigenbewegungen naher Sterne. Eine on-line Version befindet sich beim Centre de Données astronomiques de Strasbourg: The Almagestum Star Catalogue: V/61. | |||||
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| Die Jagiellonische Bibliothek in Krakau hat das Manuskript von "De revolutionibus ..." digitalisiert. | |||||
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| Kopernikus Ideen (die schon etwa dreissig Jahre vor der Drucklegung unter Astronomen umliefen) wurden bereits ca. 1540 von dem führenden Astronomen der Jesuiten Christoph Clavius in einer kommentierten Ausgabe des weitverbreiteten astronomischen Lehrbuchs " De Sphæra Mundi" diskutiert (mit Permissu Superiorum!). [Siehe Towards a new world model] | |||||
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| Ende des 16. Jahrhunderts gelangen Tycho Brahe die genauesten astronomischen Beobachtungen (der Vor-Teleskop-Aera) mit von ihm verbesserten Instrumenten, die dann seinem Mitarbeiter und Nachfolger in Prag die Berechnung der wahren Form der Planetenbahnen gestatteten. | |||||
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| Im "Sternenboten" beschreibt Galilei seine ersten Beobachtungen mit dem neuen Teleskop, die das Weltbild nachhaltig verändern sollten. Die "Rudolfinischen Tafeln" wurden entsprechend den Keplerschen Gesetzen berechnet und übertrafen alle vorherigen an Genauigkeit, inklusive den 1551 von Erasmus Rheinhold basierend auf dem Kopernikanischen System berechneten "Tabulæ Prutenicæ Coelestium Motuum". (Die leichte Überlegenheit über die aus dem 13. Jahrhundert stammenden "Alphonsinischen Tafeln" wird von den meisten Historikern den mathematischen Fähigkeiten Rheinholds und nicht dem Kopernikanischen System zugeschrieben.) | |||||
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Mit der Ernennung Flamsteeds zum ersten königlichen Astronomen wurde die Astronomie zu einem Beruf (nachdem es seit Urzeiten schon Berufsastrologen gegeben hatte), damit beschleunigte sich auch die endgültige Abnabelung von der Astrologie.
Einen nicht zu unterschätzenden Antrieb für die Astronomie bedeutete dann der am 16. Juni 1714 vom englischen Parlament erlassene "Longitude Act":
... for providing a publick reward for such person or persons as shall discover the longitude... to a sum of ten thousand pounds, if it determines the said longitude to one degree of a great circle, or sixty geographical miles, to fifteen thousand pounds, if it determines the same to two thirds of the distance, and to twenty thousand pounds, if it determines the same to one half of the same distance...
Für die Navigation nach den Sternen mussten wesentlich präzisere
Sternkataloge angefertigt werden, was die Entwicklung neuer Instrumente und
Beobachtungstechniken erforderte. Eine der ersten fundamentalen Entdeckungen
die dabei (quasi nebenbei) anfielen war die Beobachtung der sphärischen
Aberration durch James Bradley im Jahre 1728, womit er den ersten
experimentellen Beweis für das Kopernikanische System erbrachte.
Trotz aller Anstrengungen der Astronomen ging der Preis letztendlich an den
Uhrmacher John Harrison, der die Bedingungen mit seinen Chronometern
erfüllte (links der preisgekrönte H4-Chronometer).
| Gutenbergs Erfindung beschleunigte unbestreitbar den
Übergang von
der antiken Astronomie (mehr oder weniger als Hilfswissenschaft der Astrologie)
zur modernen rein naturwissenschaftlich ausgerichteten Astronomie/Astrophysik,
wie
die zuvor beispielhaft gezeigten Werke belegen. Dieser Übergang vollzog
sich kontinuierlich und manche der oben zitierten Personen sind (im heutigen
Sinn) sowohl als Astronomen als auch Astrologen zu bezeichnen (s. rechts:
Keplers Verteidigung der Astrologie). Und Alchimisten waren
sie meist obendrein, siehe oben das Alchimistenlabor Tycho Brahes im Hintergrund
der Abbildung des Mauerquadranten oder den Eintrag über
Isaac Newton in der Encyclopædia Britannica.
Die Astrologen/Astronomen erkannten auch als erste, welch neue Möglichkeiten die Druckkunst zur schnellen (und erschwinglichen) Verbreitung von Neuigkeiten und besonderen Ereignissen eröffnete. |
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| Diese beiden Illustrationen entstammen frühen
Einblattdrucken. Als Aufhänger für die Ankündigung von
Katastrophen dienen die großen Konjunktionen von Jupiter und Saturn,
die im 15. und 16. Jahrhundert in den dem Wasser-Trigon
zugeordneten Tierkreiszeichen stattfanden. Entsprechend wurde alle 20 Jahre
eine neue Sintflut (und oft auch die Wiederkunft Christi) vorausgesagt. Die
Käufer dieser Pamphlete ließen sich durch Tatsachen (Statt der
rechts für 1524 angekündigten Sturzfluten folgte einer
der trockensten Sommer seit Menschengedenken. Die dadurch bedingten Missernten
könnten zum "Grossen Bauernkrieg" 1525 beigetragen haben;
Astrologen sahen da einen anderen Zusammenhang.) nicht davon abbringen,
beim
nächsten mal wieder darauf hereinzufallen (Dies gilt (bedauerlicherweise)
bis in unsere Zeit, ich erinnere an gewisse Publikationen zur
"Aufreihung" der Planeten im Mai 2000.). Anmerkung: Fast schon mythenumrankt ist die Prophezeiung des Weltuntergangs durch eine Sintflut im Sommer 1524 von dem Brandenburgischen Hofastrologen/nomen Johannes Carion: "Prognosticatio und erklerung der grossen weserung". Nachdem die seit vielen Jahren angekündigten Katastrophen während der Konjunktion im Januar/Februar 1524 zur Erleichterung der Menschen ausblieben, berechnete Carion einen neuen Zeitpunkt für den 25. Juli 1524. Der gesamte Brandenburgische Hofstaat flüchtete auf den Tempelhofer Berg (nach anderen Überlieferungen den Kreuzberg, beides heute Berliner Stadtteile). Die Rückkehr ins Berlin-Cöllner Schloss soll unter schallendem Gelächter der Berliner erfolgt sein, wenigstens soll es dabei einen Gewitterregen gegeben haben. Nichtsdestotrotz war Carion ein bedeutender Gelehrter und sein Andenken wird in Berlin (vielleicht gerade wegen dieses "Reinfalls"?) noch immer im Carionweg wach gehalten. |
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Im Juni 1504 befand sich Mars entgegen der Abbildung nicht bei den Planeten Jupiter und Saturn (siehe Berechnung mit SkyMap Pro). Um die Weissagungen bedrohlicher erscheinen zu lassen, hat Sebastian Brant offensichtlich Mond (als Frau Luna links abgebildet) und Mars (in Ritterrüstung) vertauscht.
Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass diese Konjunktionen (vielleicht
auch gerade durch solche Druckwerke) zu allgemeinen Diskussionen
astrologisch/astronomischer Themen in der interessierten Öffentlichkeit
führten. Und in zumindest zwei Fällen hatten sie einen mehr oder
weniger großen Einfluss auf junge Menschen, die dann die Astronomie
voranbrachten. Die oben dargestellte Konjunktion im Tierkreiszeichen
Krebs 1503/4 wurde von einem jungen Domherren im Ermland beobachtet, der
gerade seine Studien in Oberitalien beendet hatte, in denen er sich intensiv
mit Astronomie beschäftigt hatte. Er stellte fest, dass die relative
Position der Planeten Jupiter, Saturn und Mars stark von den berechneten
Werten abwich. Dies war sicher mit ein Beweggrund, über ein neues System
nachzudenken.Weitere Angaben zu dem Einfluss der großen Konjunktionen finden sich z.Bsp.in zwei Artikeln in "Sky & Telescope", und zwar im Heft May 1981, p.394 (Astronomical Scrapbook; Great Conjunctions, Tycho, and Shakespeare Owen Gingerich), das insbesondere die Konjunktionen des 16. Jahrhunderts bespricht, sowie in einem aktuellen Beitrag anlässlich der Massierung im Mai 2000 (Conjunctions that changed the world von B.F. Schaefer in "Sky & Telescope 99(5)" (May 2000), p. 28), der mit dem Einfluss auf die chinesiche Geschichte vor 4000 Jahren beginnt und den Bogen bis 1941 spannt, als Rudolf Hess genau während einer Konjunktion nach Schottland flog.
| Erstellung dieser Seite: Bernd Pfeiffer. Kritik, Fragen und Anregungen bitte an AAG Mainz oder Gästebuch Letzte Aktualisierung dieser Seite: 02.08.2003 |